Ein Ordnungsruf an mich selber

In gewisser Weise hatten die Schriftsteller früher große Vorteile aus ihren gegen heute gerechneten Nachteilen. Sie lasen gründlicher, denn es gab alles nur auf Papier, und Bücher waren teuer. Sie saßen nicht am Netz und zogen sich jeden täglichen Unfug rein. Sie konnten nicht erwarten, mit schwachsinnigen Videos über Kätzchen oder Gäule über Nacht womöglich ein Millionenpublikum zu erreichen.

Man schreib auch Briefe nicht so achtlos wie heute

Rechtschreibprogramme, die einem das Hirn abnahmen, gab es schon gar nicht.

Zudem mussten sie ihre Manuskripte sauber einliefern. Man konnte nicht jederzeit nachkorrigieren.

Teils habe ich das noch erlebt, indem ich bei einer fehlerhaften Arbeit für die Uni noch die ganze Seite neu abtippen musste, auch wenn die Schreibmaschine schon elektrisch war. Das stählte.

Also arbeiteten sie im Schnitt sorgfältiger, genauer und gründlicher.

Insofern brauchen wir zweifellos eine Rückbesinnung.

Wenigstens ich.

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