Die Kleidermacher

Von Gigi Lichtaubergh

Meiner Neugier zum Tribut machte ich mir immer schon Gedanken, wer die Kleider erfunden hat. Als Kind bekam ich immer die Antwort, dass sie schützen – vor Kälte und Hitze und auch vor Verletzungen. Das mag ja hier bei uns stimmen. Doch weltweit tragen Menschen Kleidung, auch in den heißen Ländern. In heißen Ländern ist die Kleidung sogar umfangreicher, als bei uns. Da stimmt doch was nicht?

Das Kopftuch war auch bei uns früher „in“. Meine Mutter trug oft Kopftuch. Bunt gemustert, auch andere Frauen. Ja, ich hatte selbst Kopftücher, die ich trug. Wenn es schlecht Wetter gab. Auf einem türkischen Feld im Oktober, wenn die Sonne prall brennt, wie bei uns im August, und die Baumwolle geerntet wird, da möchte ich nicht ohne so ein wallendes, weißes Tuch am Kopf unterwegs sein. Da hilft dieses „Kleidungsstück“ vor der Austrocknung des Kopfes und wahrscheinlich vor einer Ohnmacht.

Es gibt einteilige Kleidung und „Zweiteiler“, wie den Anzug, oder das Kostüm. Ein Teil für oben, ein anderes für unten. Kleingeister behaupten, dass die zweigeteilte Kleidung im Allgemeinen eine Teilung bedeutet, weil alles, was mit uns Menschen zu tun hat, etwas bewirkt.

Gut kann ich mich erinnern, wie die Kirchenleute wetterten, als Frauen auch Hosen tragen wollten. Mir gefielen die Hosen für Frauen. Außerdem sind sie praktisch. Wenn ich mit dem Rad fahre, gefährden mich doch lange Röcke, und mit einem Minirock Rad zu fahren, das ist mir zu kalt, doch auch unschicklich.

Dann lehrten uns die Gesundheitsgurus und Wellnessapostel, dass die Sonne auf die Haut muss, wegen dem Vitamin D. Seitdem bin ich Sonnenanbeterin und laufe stets schnell auf meine Terrasse, wenn sich die Sonne für eine Viertelstunde zeigt. Mehr ist es meist nicht. Weil entweder ist schlechtes Wetter, oder eigenartige Streifen und Wattebauschen am Himmel „schalten“ zuweilen die Sonne „ab“.

Die Mode ist eine spezielle Einrichtung, uns zur Kleidung zu verhelfen. Denn der Neid ist immer und überall. Nicht nur in armen Ländern. Wenn der Nachbar eine neue Markenjeans hat, dann muss ich doch gleich zwei davon haben. Doch am schrillsten sind die hohen Preise für „Mode“ mit Löchern in den neuen Sachen. Da zahlen die Leute gleich noch mehr dafür. Freiwillig. Das ist unheimlich!

In den 1970er Jahren, da gab es Badehosen, die hatten fast keinen Stoff. Das war gut für die Haut, und diese Hosen waren auch sofort wieder trocken. Auch die Bikinis hatten kaum Stoff. Irgendwie sind diese Badesachen und die flotten Lieder dazu ganz verschwunden. Badehosen für Herrn bis an die Knie – wozu soll d a s gut sein? In den Geschäften ist n i c h t s anderes im Sortiment!

Wenn dann alle so angezogen und mit so viel Stoff herumrennen, da fühle ich mich gleich nackt, wenn ich so Sachen anhabe, die nicht viel Stoff haben. Es hat sich was dramatisch verändert.

Die Kleidermacher machen das. Wer sind die Kleidermacher? Sparta. Ich liebe Sparta. Die Frauen von Sparta gingen immer nackt. Ja, echt, die Frauen in Sparta gingen immer nackt. Immer.

Sparta wurde nie besiegt. Die Ausgrabungen beweisen es. Trotzdem ist Sparta nicht mehr da. Zum Ende der Epoche von Sparta wurde den Spartanern Steuerentlastung zugesagt im Falle einer Eheschließung. Die Spartaner wollten nicht mehr heiraten. Starb deshalb Sparta aus? Warum wollten die Spartaner nicht mehr heiraten?

Liegt es daran, dass eine Frau in nichts mehr interessant ist, wenn sie ständig nackt geht? Ist es das? Ich meine – unsere Welt ist angeblich überbevölkert! Wir ersticken in Kleidung, in Altkleidung, in Kopftüchern, in Zweiteilern, in ganzen Kästen, Dachböden, Kellern, Flohmärkten, Kaufhäusern, Fabriken von Markenoutfit bis zum Erbrechen!

Wo ist da jetzt der Knackpunkt des Ganzen? Ich bin vom Thema ab. Tut mir leid. Ich habe den Faden verloren. Ganz und gar. Irgendwas war da…….. Wenn ich nur wüsste WAS?

Bisher 7 Kommentare

7 Antworten auf „Die Kleidermacher“

  1. https://www.youtube.com/watch?v=AGrsasgsFuQ
    ….. und wieder einmal ist es ein Kinderlied, das die Richtung vorgibt.
    Leider gibt es kein Kinderlied, das uns erzählt, dass wir alle nackt
    geboren wurden.

    Immer, wenn wir in der Schule das Lied von den zwei Königskindern
    sangen, die nicht zusammenkamen, weil „das Wasser war viel zu tief“
    da gruselte es mich ordentlich!

    Wir sollten jedes Jahr am 15. Juli den Tag der Nacktheit feiern!

    Die Sonne auf der Haut garantiert stabile Knochen und gute psychische
    Gesundheit. Außerdem noch eine ganze Reihe gesundheitlicher Vorteile,
    die weder in dem Artikel von Wiki aufscheinen, noch irgendwo in einer
    Zeitung. Wo doch Zeitungen a l l e s wissen!

    Je dunkler die Haut eines Menschen ist, desto mehr direktes Sonnenlicht
    braucht er auf der Haut, um dieses Vitamin zu erzeugen und seine Gesundheit
    zu erhalten. Fehlt auch nur ein einziges Vitamin = „Lebensstoff“ – kann
    der Körper ein anderes nicht mehr aufnehmen und so kommt es zu massiven
    subklinischen Mangelzuständen.

    Die gütigen christlichen Missionare brachten die Kleidung nach Afrika. Ein
    Schelm, der böses dabei denkt! Voodoo wurde gegen Vampirismus eingetauscht.
    „Wer mein Fleisch isst, und mein….. – der hat ewiges Leben.“ Der Verdacht drängt
    sich mir auf, dass dieser Hokuspokus ein Pakt ist. Freiwilliges mitmachen an
    der Nahrungskette?

    Habe ich zu vieles Zeug durcheinander gelesen, und zu viele Videos gesehen?
    Jedenfalls züchten wir Nackthunde und Nacktkatzen. Die armen Tiere.
    Verdrängung in Aktion? Perversion in Aktion?

    Hirn vom Himmel zu schmeißen ist hier zu wenig. Wo ist unser ursprünglicher,
    natürlicher Drang zur Sonne hin geblieben? Es gibt Leute, die tragen
    „Sonnenschutzkleidung“!

    Nackt, nackt, nackt sind alle Babys, weil die Sonne heilend ist!

  2. @ Gigi

    Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass die Spartanerinnen immerzu nackt gingen. In den Bergen dort wird es im Winter auch ziemlich kalt.
    Zudem: Die Römer besiegten sie endlich aufgrund militärischer Übermacht.

  3. @ Magnus

    Ich habe diese Tatsache aus dem Geschichtsbuch von Joachim Fernau „Rosen für Appoll“. Die Spartanerinnen gingen i m m e r nackt. Griechische Nachbarn bestätigten eindeutig. Die Spartaner ließen die 5-jährigen Kinder am nackten Boden schlafen. Sparta wurde nie besiegt. Das ist belegt, auch über die Archäologie. Auch in den Bergen gibt es Feuer. Doch die Spartaner waren äußerst „spartanisch“.

    Die Römer kamen zu spät.

  4. @ Magnus

    Gerne gehe ich noch näher darauf ein. Bitte argumentiere fundiert, wenn Du mich hier widerlegen willst. Mit Deines Argumentes Deiner Vorstellungskraft bringst Du mich nicht ins Wanken. Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass die Deutschen Frauen nackt gehen. Patt. Also 1:1 und Gleichstand.

    Joachim Fernau ist anerkannter und sehr beliebter Geschichtsschreiber, der mir von einem inzwischen aus Altersgründen pensionierten Berufsschul-Lehrer und Offizier in Reserve empfohlen wurde. Allein wie Fernau das 22. Kapitel ankündigt, dürfte ein Schmaus für Deine Künstlerseele sein:

    Seite 241, Joachim Fernau, Rosen für Apoll:

    DAS ZWEIUNDZWANZIGSTE KAPITEL

    spricht fast gar nicht von unangenehmen
    Dingen, wenn man von einem kleinen Raub-
    mordüberfall, von dem Verkauf einiger Grie-
    chen in die Sklaverei und anderen Gering-
    fügigkeiten absieht, die Politikern so unter-
    laufen. Man kann es geradezu ein Friedens-
    kapitel nennen.

    Zitat Ende.
    Die Spartaner waren ein Kriegsvolk. Das ist bekannt, Magnus. Wenn ich mich ein bisschen anstrenge, dann sehe ich die Frauen von Sparta nackt vor mir, durchtrainiert, auf dem Pferd, mit den Lanzen und anderem „Kriegsgeschirr“, statt Kochgeschirr – und wie sie fluchen und in das Feuer spucken. Feuer war doch immer und überall. Auf jedem Dorfplatz. Tag und Nacht. Ohne Feuer kein Leben. Elektrizität gab es ja nicht.

    Fernau schreibt die Geschichte nicht trocken, sondern heiter. das ist sein Markenzeichen. Doch er bezieht sich auf gute Quellen und für seine Werke steht er mit seinem Namen.

    Joachim Fernau wurde am 11. September 1909 in Bromberg geboren, ging in Hirschberg im Riesengebirge zur Schule und studierte nach dem Abitur in Berlin. Er schrieb als Journalist für Ullstein und wurde 1939 zur Wehrmacht eingezogen. Lebte ab 1952 in München und in der Toskana als freier Schriftsteller. Starb am 24.November 1988 in München.

    Ich las von ihm auch: „Halleluja. Die Geschichte der USA“
    „Deutschland, Deutschland über alles“ – las ich nicht, da zu umfangreich, wenig Zeit und sehr klein gedruckt, als Taschenbuch. Fernaus Bücher sind vergriffen, so viel ich weiß, leider. Ich habe das „Rosen für Apoll“ in gutem Zustand in einem Second-Hand-Laden günstig erstanden.

    Mein Bücherschrank ist eine Schatzkiste der besonderen Art und ich behalte nur Lieblingsbücher. Wenn ich also Behauptungen aufstelle, dann kann ich sie gut begründen. Beweisen kann ich sie genauso wenig, wie Du das Gegenteil, denn wir waren beide nicht dabei. Doch die guten Quellen weisen ein klares Bild und dabei verweise ich Dich noch einmal auf die 1970er Jahre.

    Die Jahre davor waren in den kriegsbeteiligten Staaten Babyboomer. Danach kam die fast-Nacktheit und die Geburtenraten gingen drastisch zurück. Du kannst jetzt sagen, weil die Babys abgetrieben wurden. Was zum Teil stimmt. Es wurde ja genug Werbung dafür gemacht. Statistiken wurden gefälscht und bekannte Frauen aus dem Film behaupteten, dass sie abgetrieben hätten. Was danach als unrichtig enttarnt wurde.

    Doch Sex war ab einem bestimmten Punkt in diesen Jahren kein Tabuthema mehr. Die Frauen pochten auf das Recht „mein Bauch gehört mir“ – wie albern aus dem heutigen Blickwinkel! Und wie kurzsichtig. Außerdem kamen dann die Pornos – und die Puffs schossen wie Pilze aus dem Boden. An jeder Ecke ein Puff. Damals wussten wir noch kaum, wie die Freudenmädchen in den armen Ländern beschissen wurden, und auf welche perfide Art und mit welchen seichten Versprechen sie ins Ausland gelockt wurden.

    Jetzt sind wir aufgeklärt. Und Sex ist ein Nebenfach. Doch er soll wieder angefacht werden. Mit Kleidung. Mit möglichst viel Kleidung.

    1. @ Gigi

      Bezüglich der dauernackten Spartanerinnen war ich von Anfang an und bin jetzt noch nicht überzeugt. Aber Gastbeiträge sollen ja nicht einfach nur das in anderer Form wiedergeben, was ich ohnehin denke bzw. meine. Insofern ist das ein gutes Beispiel. Ich danke meinerseits.

  5. Ein Schmaus für Dich, Magnus:

    Joachim Fernau, Rosen für Apoll Seite 101

    IM NEUNTEN KAPITEL
    sind wir also in Sparta. Obwohl es viel Ähnlichkeit mit dem Potsdam des Soldatenkönigs hat, ist der Besuch, selbst für Leser mit Gardemaß, bedeutend ungefährlicher; man sieht uns lieber gehen als kommen. Sparta war schon für die Griechen eine geheimnisvolle Stadt: ohne Mauern, ohne Luxus, ohne Villen, ohne Ausgelassenheit, ohne Liebenswürdigkeit, ohne Privatleben. Aber: von höchster Musikalität, höchstem Formgefühl, höchster Arbeitsscheu, höchster Geldverachtung und höchster Freizügigkeit der Mädchen.

    109

    Sie war ohne Scheu, und es war kein Kunststück, sie nackt zu sehen. Für das ganze übrige Hellas war das etwas Außerordentliches, worüber man sich

    110 auch ständig das Maul zerriß. Sie war auf der Straße und an allen Ecken und Enden zu sehen und ist eigentlich die letzte Erbin der homerischen Frauenwelt gewesen. Artemis, die Jägerin und Hera, die „Despoina“ wurden in Sparta hochverehrt.

    Dennoch sah – wir wissen es vom 6. Jahrhundert an – der Staat mit Sorge auf die jungen Mädchen und auf die Nachkommenschaft, und ich muss sagen, ich auch. Ich weiß, wie staatserhaltend ein hochgeschlossenes Kleid und wie fruchtbar Ungewissheit ist. Der „guten Kameradin“ jedoch schlägt man die Hand auf die Schulter, aber sonst nichts vor.

    Zitat Ende.
    Also Magnus, Du hattest recht, „nicht immer“.

    Die Mädchen trugen Kleider, die oft bis zur Hüfte hinauf aufgeschlitzt waren. Die Athener waren entrüstet über die „Schenkelzeigerinnen“.

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