Rechner und Weichware

Ich weiß sehr wenig von Rechnern und Programmen, weswegen ich mir den Spottnamen „Nullchecker“, zumal von meinen Söhnen, wohl einigermaßen zurecht verdient habe.

Allerdings habe ich über die Jahre gelernt, mit bockigen, zuweilen dysfunktionalen ekektronischen Systemen umzugehen wie mit kleinen Kindern, die nach Schokolade schreien oder einfach nur, dass sie nichts hören und schon gar nichts einsehen wollen. Damit fahre ich gar nicht schlecht. Ich lasse mich einfach von meiner Erfahrung, einer Menge Einfühlungsvermögen, am Ende schlicht von meinem Gefühl leiten, wenn so ein Teil mal wieder spinnt, rufe mich zur Ordung und schalte auf maximale Geduldsstufe.

Und siehe da, meistens muss ich keinen Vollchecker anrufen, auf dass er mir aus den Folgen meiner erbärmlichen, diesbezüglich notorischen Lernunlust heraushelfe. Ich probiere es halt mal so und dann wiederum so, wie es vorher nicht ging, fahre den Teufel im Zweifel ganz herunter und gebe ihm neue Chancen, wieder gutzutun.

Vor Tagen fing mein Schreibprogramm an, zu spinnen wie wild. Inzwischen speichert es wieder, wie es das soll, wahrscheinlich, weil es begriffen hat, dass ich sonst gleich auf meiner WordPress-Maske schreibe und es erstmal links liegen lasse. Eitel und eifersüchtig sind sie also auch noch, diese Programme, wie als ob sie sich das tatsächlich schon vom Menschen abgeschaut hätten.

Sagte mir auch ein guter Freund, der mit diesen Kisten und deren Weichware professionell umzugehen versteht, dass er oft genug vor Problemen steht, deren Grund er sich nicht erklären kann, und doch schafft er es, sie zu beheben, irgendwie, und der Kunde ist glücklich.

Man mag da einwenden, der sei ein Stümper, die Probleme träten sicherlich wieder auf. Das tun sie aber offensichtlich nicht immer. Außerdem: Wer bezahlt gerne zwanzig Stunden, wo zwei erstmal reichen?

So gesehen, mit einem Wissen, das meines wohl um zwei oder drei Zehnerpotenzen übersteigt, wenigstens, entsprechend Erfahrung mit tausend schwächelnden Apparaten, scheint er teilweise ganz ähnlich heranzugehen wie ich, der Nullchecker.

Sowas ist Trost im Leben eines auf fast allen Gebieten Lernsüchtigen, nur merkwürdigerweise bislang nicht auf diesem.

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