Zensur feiert Urständ

Man nennt Zensur heute nicht mehr Zensur, man verkauft sie als soziale Schutzmaßnahme. Und zwar inzwischen nicht nur in der Türkei, China oder Deutschland.

In den USA sind die Netzgiganten über das Löschen oder Sperren von Beiträgen jetzt weit hinaus: Man betreibt „shadow banning“ und „deplatforming“.

Wen es als Konservativen, Libertären oder Patrioten noch nicht erwischt hat, der schwitzt jetzt jeden Tag.

Und wie schön ist es, dass diese Zensur an Privatfirmen ausgelagert ist. Sie besorgen das schmutzige Spiel ganz frei entlang ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen, so dass der Staat sich nicht einmal direkt beteiligen muss.

In den USA darf im Prinzip jeder sagen, was er will. Erster Verfassungszusatz.

Das darf jeder auch weiterhin, nur hört und liest und findet ihn kaum noch einer, wenn er vom Trust gesperrt ist. Der kann ab da in der Zeltstadt seiner Wahl predigen. Das wirkt. Zumal im Sinne der Selbstzensur. Bestrafe einen, erziehe hundert.

Der Trust weiß von jedem modernen Menschen mehr, als sich die Stasi jemals erträumen durfte. Der Trust ist direkte Sammelstelle für die NSA. Deshalb traut sich auch noch niemand, sich ihm ernsthaft in den Weg zu stellen. Außerdem sind es die größten US-Firmen, die masse Geld scheffeln und die ganze Welt in Schlüsselpositionen beherrschen.

Und ist die Aufgabenverteilung was Kontrolle und Zensur anlangt, wenn es so weitergeht, dermaßen traumhaft schön gelöst, dass es wunderbarer kaum sein könnte. Man arbeitet sozusagen mit der perfekten Lüge.

Da frage ich mich in der Tat mitunter selber, wie ich darauf komme, die könnten, die müssten sich am Ende überheben.

Vielleicht will der Magnus Wolf Göller auch nur auch einfach mal an etwas glauben. So feste, dass es wahr wird.

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