Wooster and Jeeves

Irgendwie stieß ich auf diese herrlichen englischen Filme.

Man findet sie unter Wooster and Jeeves oder Jeeves and Wooster.

Es sind Verfilmungen der wohl besten abgedreht-skurrilen Geschichten des großen humoristischen Erzählers P. G. Wodehouse, jener mit Bertie Wooster und Jeeves. Sie drehen sich im wesentlichen um die Abenteuer eines Männerduos, der eine ein steinreicher, verwöhnter Spross der Oberklasse der zwanziger Jahre, in seinem Müssiggang recht chaosschaffend umtriebig, der andere sein persönlicher Diener, sein Faktotum, der genialische Jeeves, seinem Arbeitgeber an Bildung und jederlei Weisheit haushoch überlegen, stets Stratege und Notretter Berties und seiner ähnlich derangierten Freunde.

Der ganze Aberwitz wird, mit wunderbar passender Musik hinterlegt, vollauf detailgetreu in diese Zeit gebracht, mit den Schlössern, den Kostümen, den alten Zweisitzern, mit Schauspielern erster Klasse, in einem Englisch, dass man sich daran nicht nur wegschmeißen sondern auch eine Menge lernen kann, für Ohr und Wortschatz, kurzum, es ist das reine Vergnügen.

P. G. Wodehouse hat es geschafft, sicherlich nicht in der Tiefe wie Cervantes mit dem Don Quijote und seinem Sancho Pansa, aber weit an Conan-Doyle mit seinem absurden Alwiss und dem blassen Doktor, der nur Dummfragewand spielt, vorübergezogen, hier wiederum zwei sich ergänzende starke Figuren aufzulegen, die ein um die andere Geschichte zu tragen vermögen.

Sicherlich, unzählige Hollywood-Streifen haben diese Möglichkeit aufgegriffen, im Krimi wie in der Krimikomödie wie in der unkriminellen Komödie. Teils auch gute Sachen dabei. So grell und fein wie in diesen aber, ohne ernsthafte Schießereien und Tote, allenfalls mal eine Keilerei auf dem Rugbyfeld, oder eine Dame, die mit ihrem Mobil versehentlich einem Gentleman einen Beinbruch verpasst, so dass der sich dann bei Bertie Wooster als Pest und Qual einquartiert, kenne ich das aus den USA bislang nicht.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man Bertie Wooster besser als durch Hugh Laurie, Jeeves besser als durch Stephen Fry hätte besetzen können. Trotz der Menge an hervorragenden englischen Schauspielern. Die zwei spielen das, wie als ob sie diejenigen seien, von denen in den Geschichten zu lesen ist.

Ich habe ob der Entdeckung noch einmal, nach über dreißig Jahren, die Originale nachgelesen, so um 500 Seiten, und das bestätigte diesen Eindruck nur noch mehr. Mein dankbarer Glückwunsch an unsere englischen Vettern für Wodehouse und diese Filme.

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