Playlist nach Genom

Man kann jetzt im Ernst über eine Genanalyse-Firma namens Ancestry sein Genom analysieren lassen, auf dass darauf basierend der Musikdienst Spotify ethnisch ausgewählte persönliche „Playlists“ erstellen kann.

Der Spaß soll hundert Dollar kosten, und natürlich sagt Ancestry zu, dass es die Daten nicht personengebunden weiterverhökern wird, wie so mancher Schakal der Branche das macht. Das glaube ich denen natürlich hundertprozentig. Auch dass die hundertprozentige Datensicherheit haben glaube ich unbesehen huuundert pro.

Sagenhaft. Gesetzt den Fall, dass das ankommt, bezahlen Leute massenhaft für die Auslieferung ihrer genetischen Daten an einen Großkonzern der Medienbranche, zudem ein Genanalyseunternehmen. Wenn, dann müssten die doch zahlen, so wie in den USA für Babyvorhäute!

Was bekäme ich, der ich von keinen nichtdeutschen Vorfahren weiß, wohl für eine „Playlist“?

O Tannenbaum, etwas Wagner, unterirdisch gesungene Nationalhmne, dritte Strophe, Tote Hosen, Deutschrap, wir lagen vor Madagaskar?

Immerhin, man darf gespannt sein, was ein US-Amerikaner, mit etwas Mestizenblut in der ansonsten irisch-italienisch-deutsch-armenischen Mischung, ein Ururgroßvater stammt von den Färöern, so für eine Playlist geliefert bekommt. Vielleicht merkt er anhand derer, dass der armenische Teil in Wirklichkeit ein libanesischer war und der von den Färöern ein Finne, der angeben wollte.

O heilige Einfalt!

Ich werde diese Sache weiterverfolgen, aber erstmal lache ich mich schlapp.

Bisher kein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.