Omis schlagen Karle und Michel in die Flucht

Karle Klempner und Michel Mull haben sich auf das Wochenende gut vorbereitet. Es geht darum, anlässlich eines Staatsbesuches auf wenige hundert Meter an die Kanzlerin heranzukommen, diese Auszubuhen und kernig eine Volksverräterin zu heißen und laut Deutschland zu skandieren.

Sich diesmal durch die Reihen der Antifa zu schleichen, um zwischen dieser und den Polizeireihen etwa drei Sekunden, wenn es gut läuft, Zeit zu haben, bis dass man von einer der beiden Seiten einverleibt, scheidet aus. So mischen sich die beiden unters gemeine Volk, wo sie sich bei einem Trupp Omis recht sicher fühlen. Und so bläken sie da, bis eine der Omis beim zweiten Deutschland wie ein Derwisch anfängt zu toben und mit Schirm und Handtasche wie wild auf Michel einschlägt, und eine zweite springt unter Applaus der anderen hinzu, die Prügel satt zu machen.

Irgendwie machen sich die beiden Freunde frei, flüchten ein halbes Fußballfeld weit, endlich Michel zu Karle: „Was haben, verdammt nochmal, die gegen Deutschland?“ „O du heiliger Narr, Michel, die hatten nur Angst um ihre Handtaschen!“ „Was? Wegen uns?“ „Na klar wegen uns. Es gab, wie du mal wieder nicht bemerkt hast, schon finstere Blicke um uns herum, von allerlei fragwürdigen Gestalten. Bald würde die Antifa kommen, uns mit denen zusammen zu zerlegen, und in dem ganzen Getümmel wären auch die Handtaschen der Omis nicht mehr sicher. Das war ganz schlicht und einfach wachsam und präventive Notwehr.“

Du meinst, wenn ich Deutschland rufe, bin ich nicht nur selber gefährdet sondern auch eine Pest für alle, die in meiner Nähe?“

Genau so ist es. Stell dir nur mal vor, es wären Drogenhändler oder Zuhälter gewesen, die um ihre Tageseinkünfte hätten fürchten müssen, was glaubst du, wie die uns verjagt hätten.“

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