Karle und Michel im Felde

Karle Klempner und Michel Mull sind zwischen randalierende Antifanten und eine Polizei geraten, die wie immer nicht richtig eingreifen darf. Die Antifanten jagen die beiden, weil Michel so blöd war, „Deutschland lebt!“ zu brüllen, dem Mob entgegen, man rennt unter Würfen von Flaschen und Steinen auf die Reihen der Bullen zu, und ehe die sich‘s versehen, hechten die beiden Patrioten zwischen deren Beinen durch hinter deren Schilde. Beim Nachspiel auf der Wache meint Karle, wie sein Freund etwas verschrammt: „Du Erzblöd. Hat das sein müssen?“ „Was hast du, Karle, du und ich haben bewiesen und sind lebender Beweis, dass Deutschland lebt. Und guck mal, wie lebendig ich die Antifa gemacht habe und wie lebendig die Cops uns abgeführt haben und wie lebendig befragt. Ein einziger Sieg für das lebende Deutschland.“

Weißt du was, Michel?“ „Ja?“ „Ich denke für solche Fälle schon lange an eine Art legalen Notschild.“ „Hä?“ „Ja, nicht so einen großen schönen wie die Polizei ihn hat, sondern einen kleinen, handlichen, den man sich wenigstens über Rübe und Genack oder auch vor Gesicht und Hals oder auch den Unterleib halten kann.“ „Echt?“ „Ja, man könnte das Teil aus Hartplastik, mit zwei oder drei biegsamen Stellen, unterm Hemd bis in die Hose tragen, so schon gegen manche Tritte und Fauststöße geschützt. Wenn die Steine fliegen und die Flaschen, zieht man das Ding nach oben raus und verwendet es als Kopfschutz.“ „Karle, du bist ein Genie.“ „Nana, ich mache erstmal zwei davon. Vor der Massenproduktion, die uns garantiert reich und berühmt und, was mehr ist, ums Vaterland verdient machen wird, müssen wir die erstmal im harten Einsatz testen. Ich gehe davon aus, du bist dabei.“

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