Juden in der AfD

Anfang Oktober soll die Vereinigung „Juden in der AfD“ gegründet werden, und bereits überschlagen sich Friedmann und Knobloch und sonstwer und selbst Maram Stern vom Jüdischen Weltkongress, teils schon mit Schaum vor dem Maul.

Nun, sollten es bald nicht nur drei oder sieben Juden sein, die sich da engagieren, die man dann vermutlich als Halbirre oder selbsthassende Juden klassifizieren wird, so wird die Sache für die Altparteien durchaus delikat.

Marine Le Pens Rassemblage National verfügt schon lange über jüdische Vereinigungen, und Schätzungen, die ich eben einer jüdischen Zeitung entnahm, lauteten auf etwa ein Fünftel der jüdischen Wählerstimmen für Le Pen in der Stichwahl gegen Macron. Man weist dort, obzwar man dies beklagt, fairerweise darauf hin, dass sich das in dem Sinne nicht sehr von dem Drittel insgesamt unterscheide, da der FN (so hieß er da noch) überwiegend von Arbeitern und Angestellten gewählt werde, in welchen beiden Gruppen Juden stark unterrepräsentiert seien.

Da die AfD sich vermutlich breiter über das soziale Spektrum verteilt als der Rassemblage National, dürfte man vermuten können – ich weiß, das ist schwammig formuliert – , dass bei der letzten Bundestagswahl doch wohl zehn oder mehr Prozent der deutschen Juden ihr Kreuzlein bei der AfD gemacht haben, es sei denn, und das ist durchaus möglich, deutsche Juden ticken doch aus historischen Gründen reichlich anders als französische.

Andererseits ist die AfD die einzige wählbare Partei für einen deutschen Juden, denkt er an den Massenimport von moslemischen Judenfeinden, die, vom Staat alimentiert, selbst nach schweren Straftaten nicht ausgeschafft werden. Einzig die AfD verspricht da Abhilfe.

Man nehme auch den hervorragenden Stilisten und AfD-Redner Michael Klonovsky als Beinahebeispiel. Der ist mit einer Israelin verheiratet und schickt (oder schickte) seine Kinder auf eine jüdische Schule. Aber wahrscheinlich tarnt er den Nazi in sich damit nur besser.

Das wird spannend. Denn dieser Teil der Propagandaschlacht Alle gegen die AfD könnte auch für letztere schwierig und gefährlich werden, mehr Sorgen werden sich aber zumindest erstmal Alle machen. Was, wenn das Nazischreien, Rassistenschreien, Faschistenschreien gegen die AfD noch wesentlich weniger verfängt als jetzt schon? Kann man als guter linker Antideutscher einer der Altparteien, egal welcher, einfach so einen deutschen Juden als Nazi beschimpfen, weil der bei der AfD mitmacht? Beschimpft man ihn nicht mit, wenn man die ganze AfD so beschimpft? Beschimpft man künftighin die AfD weiter als Nazis, bloß ausdrücklich ausgenommen die Juden in der AfD?

Da gibt es mal wieder was zu tun, für die Spindoktores.

Nachtrag 29.9.18

Der gute Styxhexenhammer666 analysiert die Lage unter dem Titel „Jewish Bloc Rises in German AfD, Undermining Claims of Antisemitism in Party“.

Bisher kein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.