Einer geht noch

Einer geht noch.

Das ist der tödlichste Spruch für jeden Dichter, und er sieht es einfach nicht ein.

Dann sucht er, hilflos zappelnd, nach einem Ankerwort. Nach gleich was, das ihn noch zur Rede berechtigte. Jetzt sucht er schon kein Wort mehr, vielmehr ein Bild, einen Klang, oft auch nur einen Rocksaum.

Erstaunlich nun aber, doch sind Dichter Hungers und Durstes gewohnt, wie der an irgendeinem Zipfel der Wahrnehmung gestrandet, den flugs so festhält, dass er gleich wieder mit seinen sinnlosen und überzogenen und oft auch noch unschicklichen Geschichten anhebt, während seine Gedichte so schlecht sind, wie sie je waren.

Deshalb, weil der Mensch auch Mitgefühl mit den Verirrten hat und solche Gesellen immerhin neue Geschichten bringen, füttert er immer wieder Dichter durch, mancher Wirt hatte am Dichter seine Kundschaft, der Dichter dafür sein Bett.

Kein vernünftiger Mensch traut natürlich diesen Scharen von losgelassenen selbsternannten Dichtern, die sind schlimmer als die Fliegen in einem argen Sommer.

Man darf sie nicht einfach wegklatschen, wenn man sie mit Honig lockt, ist das Fass leer, sie sind meist etwas zerlumpt, dabei frech, wenn sie getrunken haben teils noch frecher.

Aber, das sagen manche Mädels, die legten sich nicht gerne auf Prügel an, hielten davon insgesamt eher wenig. Obwohl nicht alle von denen Weicheier seien, sagen sogar erfahrene Matronen.

Recht eigentlich sind sie ja ein scheues Volk, diese Dichter. Sie sind auch nicht sonderlich als Viehdiebe bekannt. Meistens sind es arme Schlucker.

Es sind derart liebe Trottel, dass man sie in Ruhe lassen sollte.

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