50 000 versiegelte Anklageschriften: Was denn nun?

Das Rätsel um die inzwischen wohl um die 50 000 versiegelten Anklageschriften (sealed indictments) in den USA, von denen es sonst im Jahr nur wenige tausend gibt, in aller Regel wegen schwerer Verbrechen, scheint nicht nur mir derzeit undurchdringlich.

Hat man da, die Existenz der Dokumente wird bislang von niemandem bestritten, ganz gegen die üblichen Gepflogenheiten, um gewissen Leuten Angst einzujagen, diesen ganzen Akt in Wirklichkeit gegen Eierdiebe in Gang gesetzt, in einer Art Justizverschwörung? Wie sollte die am Ende nicht auffliegen? Gibt es die Anklageschriften gar nicht? Und wie sollte das am Ende nicht auffliegen?

Dabei kann man die Zahl der Verteilung der Dokumente auf die jeweiligen Bundesstaaten offiziell einsehen. Wenn einer diese „news“ insgesamt „gefaked“ hat, muss der sehr weit oben sitzen.

Also müssen wir doch davon ausgehen, dass man diese Klageschriften, die man nur aufgrund besonderen Gewichts und nach Anhörung einer Grand Jury oder wenigstens eines vorgearbeitet habenden Einzelstaatsgerichtes wirksam versiegeln kann, was man in der Regel wegen Flucht- oder Verdunkelungsgefahr tut, meist im Kampf gegen das organisierte Verbrechen, tatsächlich erstellt und daliegen hat.

Wie kam es dazu? Hat Trump, der hier meines Wissens keinerlei Weisungsbefugnis hat, hinter den Kulissen das ganze System geschmiert? Warum haben seine Millionen Feinde das dann nicht gemerkt? Warum sind sie insgesamt stille dazu? Warum und wohin auf einmal das?

Ja, Q-anon-Freunde und andere ergetzen sich seit Monaten an den gestiegenen Zahlen, warten auf den Großen Mittag.

Zwar werden, wie ich las, durchaus schon hie und da, wie immer, versiegelte Anklageschriften geöffnet, doch anscheinend bei weitem weiterhin nicht in der Zahl, wie neue versiegelt werden. Irgendwann muss das ins Gleichgewicht gebracht werden. Das muss es, selbst wenn es ganz plötzlich, wie von Zauberhand, auf einmal kaum noch neue gibt.

Nur eines scheint mir sicher: Es wird am Ende für eine ganze Menge Leute sehr peinlich ausgehen, egal wierum. Möglicherweise für unterschiedlichste Leute verschiedener Gruppen.

50 000 Klageschriften seit Oktober 2017, so gewichtig, dass man sie streng versiegelt, das ist selbst angesichts der Größe der USA ein Haufen Holz. Wo man sonst mit 2000 oder weniger per annum auskommt.

Die Dinger vermehren sich geradezu wie bei uns nicht einmal die rechtsextremen Propagandastraftaten oder das Karnickel in Australien.

Wobei die exponientielle Phase vorüber ist. Es sind in den letzten Monaten im Schnitt nur noch recht stabil etwa 5000, die dazukommen.

Ich kenne einen davon freudig angetanen Freak, der meint, die Hunderttausendermarke könne noch geknackt werden. Das dauerte beim derzeitigen Rhythmus aber noch zehn Monate, und ich bezweifle, dass das so lange einfach so weitergeht. Wären wir Engländer, vielleicht hätten wir schon auf den Zenit gewettet.

Womit ich nicht sagen will, dass der Zenit bereits bei 66 666 erreicht werde, also bei knapp zwei Dritteln dessen, denn das wären ja auch nur knapp ein Drittel vom Bisherigen mehr. Und nur noch gut drei Monate.

Welche Zahl werden die Kabbalisten sich wohl ausdenken, als die Spitzenzahl? 61 111? 71 777?

Man bedenke, Jetztstand, wenn man nur 500 Tage brauchen will, um die Altbestandssiegel zu erbrechen, muss man das hundert Mal am Tag tun. Jeden Tag. Dazu die neuen, wären noch einmal hundertsiebzig am Tag, auf alle Tage gerechnet. Also auf alle Werktage gesehen täglich vierhundert. Gut, pro Bundesstaat wären das nur acht. So gesehen scheint das machbar.

Grob eineinhalb Jahre Justizmarathon, denn schon manche Deals, um wie viel mehr die echten Prozesse, die sind aufwendiger als die Erstellung und Versiegelung einer Anklageschrift und deren Entsiegelung.

Viel zu tun. Eine Menge. Ich bin gespannt.

 

 

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