Magnus im Biowahn verspottet

Hatte ich in meinen frühen Zwanzigern in der WG für ein paar Wochen noch eine etwas ältere Studentin, die zwar immer recht nett, aber auch leicht spöttisch und herablassend sich mir gegenüber erzeigte.

Eines Tages gab sie mir diesen süffisanten Hammer.

Ich hatte in meinem Biowahn Wildpastinaken gesammelt, nicht nur daraus, aber als wesentlichen Bestandteil, eine Gemüsesuppe gekocht. Sie aß davon und sagte nach zwei oder drei verwunderten Löffeln, mich feist, obschon schlank, angrinsend: „Schmeckt gsund!“

Was hieß, dass es an der Grenze zu ungenießbar schmeckte, aber immerhin gesund.

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KfZ-Idioten im Schneechaos

Ich wundere mich schon über die ganzen Leute, die im Winter losfahren und im Auto nicht das Notwendigste dabei haben. Also was zu trinken und zu essen und einen guten Schlafsack für jeden. Da muss mindestens 24 Stunden keiner von außen versorgt werden, weil der Tank wegen der Heizung leer. Radio/CD läuft auf Batterie bestimmt eine Woche, vielleicht hat man ja auch ein gutes Buch dabei. Und für Mitfahrer noch eine Flasche Malzwhisky. Oder auch zwei. So lässt sich aus dem Schneechaos noch eine kleine Besinnungsparty machen.

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Handylos in den Wald

Klar, scheinbar, dass ich jetzt einen vermutlich ziemlich undurchführbaren, ewiggestrigen Schwachsinn verzapfe, aber sei es drum. Vielleicht ja auch nicht.

Ich ginge mit Jugendlichen gerne mal für eine Woche in den Wald, mit totalem Elektrokastenverbot.

Wer mit einem Handy erwischt wird, der darf sich gleich von seinen Eltern abholen lassen. Nur ich habe, unortbar weggepackt, für echte Notfälle eines dabei. Damit die Eltern nicht vorher schon durchdrehen und daher deren Kinder dazu. Ich darf damit auch nur im Notfall telefonieren, habe volle Netzsperre.

Ein geneigter Förster oder Waldbesitzer erlaubt uns, Lagerfeuer zu machen. Wir dürfen alles vernünftig nutzen, was der Wald bietet. Wir haben Zelte und Schlafsäcke, Werkzeuge und Kochgeschirr und Nahrungsvorräte und Musikinstrumente. Bücher sind erlaubt.

Es gibt keinen Gruppenzwang. Wer sich nicht mit ans Feuer setzen will, nicht mitsingen, der setzt sich halt woanders hin. Wer nicht wissen will, was der Wald alles birgt, bleibt dazu eben unwissend.

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Ich habe keine Angst vor Entlarvung

Ich habe das Glück, dass man über mich alles veröffentlichen könnte was stimmt, und es änderte nicht viel.

Nicht jeder weiß schon, dass ich mir gelegentlich gerne Pornos anschaue, und das nicht immer nur aus wissenschaftlichem Interesse, ansonsten weiß man, dass ich ab und an auch mal laut werde, immer noch Fleisch esse, gerne Wein trinke. Auch, dass ich die Genderasterei für nicht einmal eine Afterwissenschaft halte.

Manche wissen zudem, dass an mir nicht nur meine Füße recht schnell recht stark riechen. Jetzt weiß es jeder, der mir glaubt.

Man bekommt zudem leicht raus, dass ich zwei Söhne habe, die bei George Soros noch keine Millionengehälter verdienen. Vielleicht nicht einmal, weil sie zu anständig dazu, sondern weil sie es seinen Leuten einfach nicht wert sind.

Die Banken, das Finanzamt, das Einwohnermeldeamt, die Krankenkasse, sie haben alles über mich. Wobei die Krankenkasse sich immerhin freuen mag, denn ich war vor Jahren zum letzten Mal bei einem Arzt, außer dem Zahnarzt, und selbst dort war ich selten.

An Ebriefen habe ich die letzten Jahre allenfalls ein paar mild kompromittierende geschrieben, indem ich einer Dame darin mitteilte, dass mich Amors Pfeil getroffen habe.

Seit 2009 ziehe ich eine unübersehbare Datenspur durchs Netz, klare und unklare und schräge Aussagen zuhauf, alles öffentlich schon da und einsehbar.

Es ist schwer vorstellbar, so, wie das bei mir kommt, dass ich für irgendeinen Verwirrdienst arbeitete. Das haben die Dienste, wofern sie sich für mich interessieren und nicht der Dümmste von deren Blöden das durchführt, auch schnell und sicher raus.

Ich bin in meinem Leben mehrfach schwer verprügelt und damit mittelschwer bis ziemlich schwer verletzt worden, zweimal hat es gerade so gereicht, dass ich noch einen Arm vor den Kopf bekam. Umgekehrt habe ich nie jemanden ernstlich angegangen. Ich bin fast ein Lamm.

Ich fühle nicht einmal Bitternis oder Neid, weil ich durch meine kindbrandunfallbedingte Hässlichkeit seitdem entstellt bin und zeitlebens bleiben werde. Na und? Alles ist irgendwie wieder zusammengewachsen.

Wäre ich schwul, so stünde ich dazu, und das wäre heutzutage wahrscheinlich sogar ein Vorteil.

Ja, ich habe in jungen Jahren auch mal etwas gestohlen und mich dafür später mächtig geschämt. Und ich wurde schon mit Alkohol am Steuer erwischt. Das war es dann aber so ziemlich.

Die Redlichkeit, so gut das geht, ist eigentlich schon immer meine Leitschnur.

Wer mich daran aufhängen will, der mag es versuchen.

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Emil Knöpfle ruft an

Ja, Scheibenkleister aber auch, der Emil hat gerade, wie als ob er eine Ansage bezüglich seiner von mir schon beim Schreiben gewittert hätte, das vorige gelesen habend, in einer Mischung aus Empörung ob derlei Preisgabe sowie triumphalistischem Lachen ob so viel Preisgabe, bei mir durchgeklingelt. Er drohte sogar, es hier auf einen sehr saftigen Kommentar ankommen zu lassen. Von wegen, dass ich ein Zwirbeldrüsenspirimöchtegernleugnerheini sei. Ähnliche Komposita fielen.

Also, das hat der Emil dazu.

Vielleicht sollte ich ihn eine Weile austrocknen, indem ich nicht mehr von ihm berichte.

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Emil Knöpfle auf Urlaub

Ja, der Emil Knöpfle – ein jedes weiß, dass das mein echter Name – hat sich schon lange nicht mehr vor die Kamera getraut.

Nicht, dass er des Schwäbischen nicht mehr halbmächtig wäre und damit sein ADHS ritalinfrei abgelegt hätte: er macht jetzt noch für unbestimmte Zeit Urlaub von dieser seiner vorzüglichen Tugend.

Immerhin hat er den Sinn des Glaubens an die Lichtgeschwindigkeit als notwendige Religion für den lenkbaren Massenmenschen schon so knapp und klar dargelegt wie vor ihm und wohl bislang auch nach ihm kein anderer. Für einen heutigen Schwaben und bekennenden ADHSler nicht wenig. Man sieht bei uns heute, wenn einer darbt oder rennt, nicht immer gleich einen Hölderlin oder Schiller.

Der Emil, im unterfränkischen Exil, hat viel daran zu tun, zuwenigst halbfränkisch auftreten zu können, auf dass er am Dorfe wie bei den Marketenderinnen und am Baumarkt besser ernstgenommen werde. Er weiß zwar genau, dass er keine örtliche Mundart wird je richtig beherrschen lernen, kann aber doch vom Hören und Forschen und Ausprobieren nicht lassen. Die Leute nehmen das gut auf, was dem Emil alswie geschenkte Früchte. Er hat sich sogar schon gefragt, ob ein Schwabe ein guter Halbfranke werden könne, und doch ein rechter Schwab bleiben können. Ja, so weit reicht der Unfug bei ihm derzeit.

Ansonsten beschäftigt der Emil sich natürlich immerzu weiterhin mit dem Kampf gegen seine Hippeligkeit, vulgo ADHS, sucht Linderung und vielleicht langfristig geeignete Mittel, festgehalten in geheimen handschriftlichen Notizen, das Geheimste nur im Kopfe: man kann nur sagen, kein Wunder, dass der Mann derzeit nicht auftritt.

Emil, Schwab, der er ist, gaukelt sich natürlich vor, oder redet sich ein, oder er hat vielleicht auch ein Stückchen recht, dass er immerhin einige Sachen anspare. Er scheint zu vermeinen, dass man nicht alles immer gleich sagen müsse und das noch nicht einmal unbedingt ein Fluch sei. So lebt er in seiner eigenen Welt, der Emil. Der macht sich sogar seine eigenen Witze.

Man muss ihm aber bei all dem zugute halten, dass er sich halbwegs bürgerlich zu halten versucht. Er wäscht sich gelegentlich, entsorgt seinen Müll und zieht sich immer feste Schuhe sowie manchmal recht respektables Oberkleid an. Er bemüht sich. Wenn er in die große Stadt fährt, sich wirklich Mühe geben will, kann er dort als anständiger Mann in den besten Jahren durchgehen. Der Emil ist kein Volltrottel.

Schlimm an ihm ist aber schon, das mit dem Herumreiten auf Begriffen. Da zeigt sich das ganze Ausmaß seines Kampfes mit seiner Hippeligkeit. Die will er nämlich da geheilt wissen, hier sollte bestmöglich Klarheit walten. Hierzu ereifert er sich manchmal so, dass ihn gar seine Hippeligkeit verlässt, gar nichts mehr an ihm zappelt und zipft und zippt, und seine Stimme wird zu fein abgezogenen Schmiedstahl. Dreht er in dem Sinne richtig durch, trifft man ihn so ruhig an wie fast nie sonst.

Ach, ansonsten ist er schon ein ganz erträglicher Kerl.

Ich erzähle Euch wieder von unser aller Emil, sobald es die Zeit dafür.

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Überleben: Rechte Hosentasche

Nun zu meiner Schlüsselmäppchen-Grundausrüstung.

In die rückwärtige Seite meines Schlüsselmäppchens passen ein Damenmesserchen, eine Minitaschenlampe mit reißfester Tragschnur (die auch sonst nützlich werden kann), Schreibzeug und Pflaster. Zusätzlich in die rechte Hosentasche kommt ein Gasfeuerzeug.

Das Damenmesserchen ist eins von bester Solinger Qualität. Wer so etwas nicht findet, der nehme ein kleines Victorinox.

Das Taschenlämpchen ist ein Maglite, war mit knapp 20 Euronen zwar nicht billig, leuchtet aber mit einer AAA-Batterie einige Stunden lang den Weg oder, aufgehängt, die Tafel aus.

Das Schreibzeug besteht aus einem gefalteten A4-Blatt Standardpapier und einer Lamy-Mine, die einen Verschluss hat, der als Aufsatz umgedreht werden kann, so dass daraus ein ganzer Stift wird, der immer schreibt, jedenfalls so lange, wie ein Lamy schreibt. Kostet etwa drei Euro.

Das gefaltete Pflaster, etwa sieben Zentimeter davon, ist ein Hansaplast Classic. Ich kenne nichts Besseres.

Das Gasfeuerzeug zum Schlüsselmäppchen ist ein Bic, und zwar eins mit Reibrad. Das verschafft, selbst wenn das Gas alle, blitzend noch Kurzfristlicht sowie Funken zum Zünden. Ich kenne auch da nichts Besseres.

Alles zusammen wiegt 73 Gramm.

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Überleben: Peter Scholl-Latour

Als Peter Scholl-Latour vor einigen Jahren in einer Schwatzschau gefragt wurde, welche für ihn auf Reisen die fünf wichtigsten Dinge seien, zählte er auf: festes Schuhwerk, einen Schal, da er sich leicht erkälte, eine Zahnbürste, etwas zum Lesen und eine Hartwurst.

Ich weiß noch, dass das feste Schuhwerk am Anfang stand, was selbsterklärend ist, den Rest der Reihenfolge erinnere ich nicht genau.

Der Schal steht insgesamt für Wärme, denn man kann sich den auch um die Nieren binden, selbst um die Füße. Aber auch für Sicht- und Lärmschutz, damit Schlaf, etwa in einem Flughafenwartesaal. Die Zahnbürste steht konkret wie auch sinnbildlich für Hygiene. Etwas zum Lesen steht für Unterhaltung und Entspannung und Besinnung auf langen öden wie gefährlichen Fahrten wie für beharrliche Weiterbildung, zudem für Schutz vor zudringlichen Idioten. Die Hartwurst für die Notration.

Zur Hartwurst kam es dann noch zu dümmlichem Nachfragen der Moderatorin, wiederholt, was denn für eine Hartwurst, eine Salami etwa? -, bis der Alte knurrig wurde und nur noch hart wiederholte: „Eine Hartwurst!“

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Kienholzglück

Mutter Erde hat mich heute zum Glückskind gemacht.

Nachdem ich mir die letzten Tage zwei Videos angeschaut hatte, wie man Kienholz findet, bin ich vorhin zum ersten Mal ausgerückt, welches zu suchen, und siehe da, schon am Waldrand sah ich eine Möglichkeit, Säge raus, zwei Äste typisches Kieferntodholz ab, nach Hause getragen, eben unten etwas abgeschabt und angezündet: wenn das kein Kienspan war, was da brannte, heiße ich August!

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