Unerklärliches rättelt am schlimmsten

Hat man öfter mit paranormalen Phänomenen zu tun, oder auch nur mit welchen, die also erscheinen, so sind diese selber sehr leicht weniger das Problem, als dass man so gut wie keinem davon erzählen kann, ohne sich lächerlich zu machen oder für irr gehalten zu werden.

Denn, wann immer der Mensch sich etwas ganz und gar nicht oder auch nur weitgehend nicht erklären kann, fragt er ja gerne andere um Rat beziehungsweise deren Einschätzung der Sache und um Hilfe.

Damit haben nur bereits anerkannte Esospinner kein weiteres äußeres Problem daran, in dem sie ihren Ruf ohnehin schon ruiniert haben, oder genau damit vor ihren Gläubigen bereits zum Guru, zum Erleuchteten aufgestiegen sind.

Auch, lebt man zum Beispiel allein im Wald und es streicht ein Rudel Wölfe um die Blockhütte, so weiß man, verliert man deshalb nicht die Nerven, durchaus, was zu tun ist: gnadenlos grobschlächtig mit Feuer und Schwert auftreten, also ein schönes Feuer vor der Hütte, immer die Knarre, hat man eine, dabei, damit auch öfter mal geknallt und vielleicht schonmal eins der Viecher erledigt, damit der Rest sieht, wo Bartel den Most holt, dazu stets einen Rapier in der Hand und ein gutes festes Messer am Gürtel. Das gibt einem nicht nur ein besseres Gefühl, sondern die Biester merken das auch, spätestens, wenn das erste von ihnen abgestochen. Gegen einen kräftigen, mit einer Stichwaffe ausgerüsteten Mann (oder auch eine kräftige Frau), der weiß, wie Kanine funktionieren, zuvörderst auf seine Gurgel aufpasst, hat ein Wolf gar keine Chance, zwei wenig Chancen, und selbst drei noch sehr gemischte Karten.

Dazu kommt natürlich nicht nur, dass man konkret weiß, was zu tun ist: Man kann von der Sache auch überall erzählen, gegebenenfalls Unterstützung erbitten, ohne dass man für wahnsinnig gehalten wird, es sei denn die Hütte steht an einem Ort, wo die letzten fünfhundert Jahre kein Wolfsrudel mehr gesichtet wurde oder Wölfe noch nie ein Habitat hatten.

Kurzum, der gesunde Mensch, der halbwegs gesunde Mensch, geht leichter mit einer Gefahr um, die er dingfest machen und sich irgendwie dawider wappnen kann, zudem seines Leids klagen, denn wenn er keinerlei oder kaum eine Erklärung hat und sich damit keine auch nur halbwegs verlässlichen Mittel dagegen zu erfinden weiß.

Bisher 5 Kommentare

5 Antworten auf „Unerklärliches rättelt am schlimmsten“

  1. @ Magnus

    Der Inhalt oder Hintergrund deines ersten Absatzes war für mich eine Zeit lang tatsächlich eines der grössten Probleme. Hatte im letzten Jahr das Glück, mich teilweise darüber austauschen zu können. Weiss zum Beispiel auch, ob es bei anderen zutrifft, wenn sie so was quatschen. Oft ist es einfach blankes Ego. Und genau solche Typen machen die lächerlich, welche tatsächlich „was zu erzählen hätten“.
    Noch zu den wilden Tieren: Letzten Sommer trieb sich hier ein Braunbär rum, er wurde von jemandem gefilmt und es gab Schäden an Bienenhäuschen. Hab‘ ihn aber gottlob verpasst, wage mich aber jetzt manchmal nicht mehr auf abgelegene Pfade.

    1. @ Kunterbunt

      Du hast sicherlich Verständnis dafür, dass ich zu meinen diesbezüglichen Erfahrungen öffentlich nichts sage. Mit einem echten Bären allerdings hatte ich mit 19 mal in den kalifornischen Bergen zu tun. Der Meister Petz schaute, einfach auf Nahrungssuche, schon am Spätnachmittag an meinem Lagerplatz vorbei und betrachtete mich nur recht gelangweilt, stöberte dabei aber sehr sorgfältig alles nach Essen ab. Ich hatte mordsmäßig Schiss, machte mich so sehr als möglich klein und sagte mir, mein Herz ist rein. Er verschwand vorläufig, nachdem er ein Erdnussbutterplastikbehältnis von einem Zentimeter Stärke mühelos zernagt und ausgeschleckt hatte. Er würde wiederkommen. Ich tat also mein bisschen Restfutter aus dem Rucksack, lagerte einige Meter davon weg. Dummerweise hatte ich da aber noch meine Umhängetasche drinne, völlig vergessen, dass die noch Brotkrumen barg. So kam er nächtens wieder und riss das schwere Lowe-Cordura-Nylon, verdammt gute Nasen haben diese Burschen, an zwei Stellen mit Tatzen und Zähnen auf, bis er frustriert feststellte, dass da nicht wirklich was zu holen war. Dann verzog er sich. Den Rucksack flickte ich anderntags mit schwerem Nylonfaden, den ich umsichtigerweise dabei hatte. Es gab dann halt einen Tag nichts zu essen, bis ich wieder im Tal war. Das machte mir aber fast gar nichts.
      Insgesamt tun diese Tiere Menschen, die sich ruhig verhalten und brav berauben lassen, praktisch nie etwas. Bei Grizzlys liegt das mitunter anders. Die fressen einen auch einfach so mal zusammen. Vor den kleinen Bärchen mit vielleicht 120 bis 180 Kilo solltest Du im Prinzip keine Angst haben. Was natürlich leichter gesagt als durchgehalten.

  2. @ Magnus

    „Du hast sicherlich Verständnis dafür, dass ich zu meinen diesbezüglichen Erfahrungen öffentlich nichts sage. “
    Absolut.

    „Meister Petz in Kalifornien“
    Ich hätte kein Auge zugetan, war in Kanada äusserst vorsichtig in dieser Bez.

    Gefahrenquellen allg.:
    Überlege mir, demnächst in die relative Nähe einer rund um die Uhr überwachte Staumauer zu ziehen – Fluchtzeit bei Alarm 15 Min. Vieles spricht dafür, aber diese Wassermenge hinter der Staumauer, kann ich die in der Badewanne und in meinen Träumen ausblenden?!

    1. @ Kunterbunt

      Ich bin zwar nicht der geborene Angsthase, aber da fühlte ich mich auch nicht leicht wohl und kaufte mir niemals eine Wohnung oder ein Haus.

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