Magnus labert wieder: Danke!

Aus alten Zeiten, allda es noch nur gemalte Bilder gab, ist überliefert, dass sich mancher Conde von Amalfi oder Herzog von Savoyen sturztodendgültig in eine von Aragón oder Burgund verliebte, indem er nur ein Portrait der Dame gesehen.

Jaja, so war das damals. Als es noch echte Galane gab.

Ich nun, wohl nicht nur unserer heutigen spröden Zeiten halber, sondern auch ob meines niederen Standes und meiner zweifligen Art, vermochte mich nie, selbst bei bester Photographie, zu solch reiner Liebe auf den ersten Blick aufzuschwingen.

Was mir aber, in dieser Zeit des Pöbels, schon widerfuhr, das war, dass mich zwar noch nicht unsterbliche Liebe angesichts eines göttlich-weiblichen Antlitzes blitzgleich traf, ich aber, das war im alten Blog, schon so etwas ähnliches wie wärmere Gefühlswallungen entwickelte, indem eine Teilnehmerin (die war garantiert ein Weib, nicht nur der Deckname!) so apart und gescheit und neckisch zu meinen halben Ergüssen schrieb, dass ich sie gerne hätte mal sehen wollen und vielleicht mehr.

Natürlich ward daraus nichts, die Holde, vielmehr eben dann nicht Holde, vermutlich wusste sie zu viel von mir, ich redete ja alles und jedes, gerade so wie hier, wollte nicht konsentieren auf ein Treffen, worauf ich mich sechs Wochen lang so sinnlos betrank, dass ich eines Morgens mit keinem Finger mehr ein „A“ oder ein „O“ mehr anzutippen wusste.

Da war es mir dann genug mit derlei spastischer Halbverliebtheitskränke, und ich schwor mir, sinnlos wie immer, das mit dem Schwören, was ja im Englischen wie in den romantischen Sprachen zugleich Fluchen bedeutet, dass ich mir einen solchen Tort nie und nimmer mehr antun täte.

Kurzum, da ich mir ein Weib gescheit, lustig, gebildet, ja, auch schön, aber allzumal dazu noch frech wünsche, wovon ich vier Eigenschaften schon übers Wort erkennen zu können vermeine, so eingebildet bin ich, dabei nicht einmal ein Baron oder Freiherr von Titel, eben der heutigen skeptischen Art, die nicht, wie es sein sollte, ganz einfach entlang eines Malers oder Photographen Hand erkennt, wann das Himmelreich auf sie herniederzufahren trachtet, mache ich, Tarnung ist alles, auf Gigolo solo.

Also gut, meine Lieben, Gigi und Besucherin, Ihr habt mich wieder zum reichlich sinnlosen Schwätzen und Fabulieren gebracht.

Dafür mehr meines Dankes denn ich dessen zu erfinden wüsste.

Bisher 33 Kommentare

33 Antworten auf „Magnus labert wieder: Danke!“

  1. Ha, lieber Magnus, da mag ich dir erzählen

    ich hatte mal Kontakt zu einem Mann im Netz, wir haben so harmoniert, dass wir fast zeitgleich dasselbe geschrieben haben, wir haben uns aber nie persönlich getroffen, obwohl wir gar nicht weit voneinander gewohnt haben.
    Uns beiden war klar, daß der Zauber sich auflöst, wenn er den Alltag überwinden müsste. Das haben wir einander erspart, und uns einen Traum bewahrt, Enttäuschungen vermieden, und das sehr bewußt.
    Weiß nicht, ob du mich verstehst, aber der Trick ist, Sehnsucht in der Schwebe zu halten, und sie zu konservieren, und sie hält bis heute.

    Hey Magnus, gefällt mir hier bei dir.

    1. @ Besucherin

      Ich kann Deine Geschichte durchaus nachvollziehen, sie hat ja auch mehr als nur Putziges, gleichwohl, Sehnsucht in der Schwebe zu halten, das ist wohl kaum (mehr) meins. Schmacht und Ach und vielleicht hätt‘ ich doch mal richtig wollen sollen, aber lieber doch nicht, wegen des schönen leichten Schmerzes, besser den, als eine Enttäuschung, lieber meine ewige Illusion, ja, ich versteh’s, doch bin ich wohl schon zu alt für derlei, mag sein sogar zu weise. (Das von wegen weise maße ich mir nicht ernsthaft an, aber schon ein wenig Erfahrung in sone Zustände.)
      Trotzdem, wennn Du das Gefühl hast, so sei es gut, warum nicht?

  2. Ich finde es hier auch sehr gemütlich und werde nun öfters vorbei schauen. Wobei mir bei dieser momentanen Konstellation witzigerweise die „Svakopmunder Separatisten“ (aus Tommy Jauds „Hummeldumm“) in den Sinn kommen. Vielleicht hat hat jemand eine passendere Alliteration parat?

    1. @ makieken

      Willkommen erstmal, freut mich sehr, dass Du Dich hier beim schlimmsten aller eigenbrötlerischen Dummschwätzer wohlfühlst.
      Stabreime? Muss ich nach Mitternacht noch Runen auspacken?
      Sackrisch spitze Steine suchten Seppels seichte Sohlen; Wahnes witzig wallte weiters watend weiland Wotans Wunderwanst.

  3. @ Magnus

    „Kurzum, da ich mir ein Weib gescheit, lustig, gebildet, ja, auch schön, aber allzumal dazu noch frech wünsche…“

    Besucherin IST
    gescheit,
    lustig,
    gebildet,
    schön,
    frech hmm…
    Kurzum, sie ist eine wunderbare Seele.

    1. @ Kunterbunt

      Besucherin ist bestimmt alles. Eben aber sagt sie mir, ich solle mich ihrethalben nicht schon wieder ins Koma saufen, da sie schon verheiratet sei. Das ist zwar kein endgültiges, aber doch in der Regel ein ziemlich schlagendes, wenigstens retardierendes Argument bzw Moment.
      Oh, ich sehe gerade die Verwechslung…

  4. Magnus,

    puuh, spontan fällt mir zu dieser Zeit nur noch Fischers Fritze ein. Fehlt aber der Bezug zu den Expaten. Hmm, dann vielleicht doch die Runen? Es sei denn, sie ruhen bereits…

    Zum „eigenbrötlerischen Dummschwätzer“: Kein Thema und kann auch kein Zufall sein, dass wir nun hier gelandet sind. Wollte mich eh mal mit der Besucherin treffen zwecks geselligen Alleinseins, da kommt es auf einen mehr in der Runde ja wohl nicht an. 😉

    Da Thema bisher verfehlt, hier noch meine Eintrittskarte zum aktuellen Strang: Gab so vor 20 Jahren mal Chatrooms. Schrieb dort gern und viel mit einem Jungen. Kam der Tag, an dem wir uns persönlich trafen. War irgendwie nichts und danach war es nicht mehr wie vorher. Heute weiß ich nicht mal mehr Namen von dem Jungen… Hmm.

    P.S.: Die beschriebenen Eigenschaften hätten bis auf das „schön“ auf mich zutreffen können (na jut, ist Ansichtssache). Bin allerdings schon geheiratet, also bitte starte keine weiteren sinnlosen (gibt es auch sinnvolle?) Besäufnisse wegen mir… 😀

    1. @ makieken

      Ich komme gar nicht mehr draus. Habe gerade „Besucherin“ für verheiert gehalten. Vor lauter Kunterbunt.
      Mache Dir deswegen aber keine Sorgen. Ich habe Verständnis auch für Verheierte. War ja selber mal einer. Und hatte ich erstaunlicherweise nicht den Eindruck dabei, dass Humor und Lebensfreude daranentlang den Bach runtergingen.
      Natürlich werde ich aber ob dieser Information selbst meinen etwas räudigen Charme Dir gegenüber langsam dosiert – es soll ja nicht auffallen – etwas herunterfahren. Sicher verstehst Du das. Manche Männer mögen es nämlich gar nicht, wenn andere Männer nett zu ihrer Frau sind, und sei es einfach so. Das hat wohl mit irgendsonem Kromosym zu tun. Und meistens sind es dann auch noch Karatekas oder Geheimdienstleute oder beides. Da verzichte ich lieber noch, als dass der Has‘ vor dem Hund ’nen Haken schlägt. Ich werde also nur noch s e h r vorsichtig nett zu Dir sein.

    2. @ makieken

      Das mit dem Verheiertsein habe ich wohl hinlänglich geklärt, am besten gibst Du es Deinem Mann gleich zu lesen.
      Bleibt die Frage nach den sinnvollen Besäufnissen.
      Ja, die gibt es. Allerdings nicht wegen missratener Liebesdinge. Und insgesamt nur selten.
      Man braucht dafür sehr gute Freunde zu sehr schönen Abenden.

    3. @ makieken

      Noch was vergessen. Ich war heute zu viel im Wald.
      Klar treffe ich mich mit Dir und der Besucherin, wenn Ihr wollt.
      Nur nicht auf Bali oder in Timbuktu oder Lagos.
      Ihr zwei Beide scheint ja recht lustige Nudeln zu sein.
      Es reicht also, wenn ich statt eines Spätzlesbretts nur meinen Waschbrettbauch mitbringe.

  5. Magnus, kann nur kurz antworten, da mein Mann zwar nicht beim Geheimdienst ist, aber ein MIB (schwarze Jogginghose und Sweatshirt). Blöderweise hat er Dich mit seinen High-Tech- Geräten bereits lokalisiert und wurde seitdem nicht mehr gesichtet. Nu ja, wünsche trotzdem gute Nacht und falls es Dich morgen noch gibt, nehme ich auch zu den anderen Fragen Stellung. 😉 Bis dahin wünsche ich Dir viel Glück! \o/

  6. Haha, Magnus, ist ja plötzlich ein Separatisten – Camp hier.
    Und du der Hahn im Korb, umzingelt von lauter Traumfrauen 🙂
    Fast hätt ich was mit „Harem“ gesagt.

    Schönen guten Morgen! 🙂

  7. Freut mich, dass Du doch noch lebst. 😉 Aber wieso fürchtest Du mehr den schwulen, denn den schwarzen Mann? Und nein, natürlich ist er es nicht! Glaube ich zumindest. Obwohl… Letztens hat er sich selbst im Spiegel zugelächelt. Hmm…

    1. @ makieken

      Alienjäger können mir nichts anhaben, bei Schwulen ist das nicht so sicher.
      Ansonsten: Es gibt eine geheimgehaltene WHO-Studie, die besagt, dass Männer, die länger als 5 Minuten am Tag in den Spiegel gucken, weit überdurchschnittlich schon schwul sind oder es dadurch werden. Demgegenüber können Frauen stundenlang in den Spiegel gucken, und es macht ihnen rein gar nichts. So ist das halt mit dem kleinen Unterschied.
      P.S.: Ich hoffe, diese wissenschaftlichen Tatsachen gehen Dir nicht über die Scherzgrenze.

  8. @ Magnus
    jetzt hast zuerst Du mich, und nun auch noch meine zwei Gefährtinnen so lieb zum Lachen gebracht, wie ich schon lange keine so herrlichen Scherzereien mehr verkostet habe. Heitere, unschuldige Worte in warmen, geschützten – gedachten Mauern – wie sie hier geboten werden. Auch ein Kunterbunt hat sich eingefunden, welch einer das ist, wird sich weisen. Liebeskummer ist auch ohne Wein schwer zu ertragen, also mach Dir nichts draus, Magnus.

    Jetzt muß ich noch mal zur Miniatur-Ausgabe unserer Eliten schauen und dann habe ich noch allerhand gute und wichtige Post zu erledigen. Hab Euch alle lieb, Gigi 🙂 🙂 :-):-)

  9. Magnus,

    kein Thema & keinesfalls grenzscherzig. Mein Mann nutzt Spiegel allenfalls zwecks Rasur, ich hin und wieder dann zwecks Beseitigung der Rasurspur. 😉

    Wenn wir aber hochwissenschaftlich verfahren, muss ich darauf hinweisen, dass das Wort „alienus“ eigentlich nur fremd/ andersartig bedeutet und der Bezug zu Nicht-Erdenbewohnern übergestülpt wurde. Und somit auch ein „eigenbrötlerischer Dummschwätzer“ nicht zwangsläufig vor Alienjägern sicher ist… 😀

    @ Gigi

    Danke für die Mitfluchtgelegenheit. 🙂

  10. @ Gigi
    Wenn ich mich recht erinnere, ist Kunterbunt eine Kunterbunte, kein Kunterbunter.
    Bettina hat sich grad auch verabschiedet, vielleicht trudelt sie ja auch noch hier ein.
    Ist ja schon fast wie beim Bienenschwarm, eine fängt an und schon ist die halbe Bude leer. Gigi unsere Spurbiene hat schon mal das neue Heim entdeckt und schon fängt was Neues an.
    Gefällt mir.

  11. @ Magnus
    Dass dir da grad lauter Weiberleut in die gute Stube fliegen, halte ich eher für Zufall. (oder auch nicht)
    Vor fast genau einem Jahr ist genau sowas auf einem anderen Forum passiert, war auch ziemlich gut besucht, und auf einmal haben dieses oder jenes Thema nicht gepasst, und die armen Mods die das lesen müssen und die Verantwortung und blablabla.. Von einem Tag auf den anderen hat dann einer ein neues Forum aufgemacht, und schwupps war ein Schwall draußen – blöderweis die, welche über Jahre die Finanzen über Wasser gehalten hatten. Der Betreiber hat draufhin das Handtuch geworfen und mit ach und weh hat einer den Laden übernommen, der nun langweilig vor sich hindümpelt.
    Auf dem neuen Forum haben sich bald andere Expats eingefunden, die wiederum auf ihrem bisherigem Forum heimatlos geworden waren, schon witzig manchmal.

    Als alte Bienentante sehe ich da schon große Ähnlichkeiten, ab einer gewissen Größe wird die Bude zu voll, und dann reicht ein kleiner Stubbs, und wech sinnse.

  12. Hehe Magnus, ich BIN Expertin – für Bienen. Hab Jahre damit verbracht, das zu durchblicken, wie die Natur das organisiert hat, und der Mensch seit der Antike sein Beklausystem immer mehr perfektioniert hat.
    Als ich soweit fertig war, wusste ich alles, wie das mit dem Geld funktionert, ohne mich da vorher je dafür zu interessieren, ab einem Moment des Erkennens ist es einfach offensichtlich. Und eigentlich ganz einfach.
    Foren funktionieren nicht viel anders, aus meiner Sicht auch nach natürlichen Vorgaben, Thom mag sein wie er will, er hätte das nicht aufhalten können, und vieles Semi – Erleuchtetes is halt schlicht Geschwätz.

      1. @ Besucherin

        Nachtrag.

        Du wirkst und gibst Dich schon ziemlich „cool“. Du schreibst auch recht flott, etwas Sorgfalt aber fehlt. Was allerdings von mir nicht zu beckmesserisch anzumahnen, da Du mir bislang vermutlich nur zum Spiele ein paar Brocken hinwarfst. Allerdings: Indem ich Dein Können erkannt, freute ich mich schon darüber hinaus, gäbest Du hier also wirklich wie ehrlich dazu, wes Du tatsächlich. Ich habe gefühlte zehntausend Jahre Blogerfahrung. Jedenfalls waren es über zehntausend Eigentexte und Eigenkommentare und Fremdkommentare, die ich betreute. Ich bin Dir durchaus zugeneigt. Also machen wir es besser gleich richtig.
        LG
        Magnus

  13. @ Besucherin

    jetzt bist Du in Magnussens Germanenmühle, um Dich auszutesten, wie stabil Du im Nehmen bist und wie weit Du mitgehst. Genieße es! Nachdem er richtig biestig war, zeigt er seine wahren Gefühle – und läßt Dich tief in sein Herz blicken. Ich vermute, Du bist eine Österreicherin, in der Nähe von Wien, wie ich noch so ganz leicht in Erinnerung habe? Da schießen die Germanisch-Stämmigen leicht übers Ziel hinaus, da sich die Germaninnen gern spröde geben, um dann leichte Beute zu sein.

    Um so Euer Spiel zu erleichtern aus meiner eigenen Erfahrung mit einem „Granitblock“ dieses Territoriums – ich werde Euch gerne weiterhin dabei zusehen und lächeln!

    Ich kann es nicht lassen, ein wenig Nachhilfe zu geben in der Nationenkunde und hier riskiere ich nicht einmal, wegen Kuppelei den Knast in Aussicht zu bekommen, denn Ihr seid ja schon so gut wie „altbekannte“ Asyl-und-Bienenfreunde, also wohlan, Gigi 🙂 😉

  14. @ Liebe Gefährtinnen,

    ich lachte gestern Abend herzhaft über die Entwicklung hier und Eure lieben Grüße an mich. „Spurbiene“ und „Mitfluchtgelegenheit“ sind mir völlig neue Wörter und daß Ihr mir so die Ehre gebt erfreut mein Herz und wiegt mehr als auf, was ich an anderer Stelle verloren. Seid gewiß, ich habe mich gewehrt und warf einem Giftzwerg den „Opa“ nach und allerhand Flüche und Frechheiten, schon zu meiner eigenen Sterbeprophylaxe, nicht um meinen Tod zu verhindern, sondern um ebendann noch einmal kräftig zu grinsen, weil ich nichts ausgelassen und alles ausgekostet, auch die Niederlage.

    Magnus dem Ritterlichen wünsche ich das Beste vom Leben, ebenso Euch, und behaltet diese Heiterkeit und die Echtheit immerzu, Ihr seid reine Wesen und an Besucherin schätze ich besonders, daß Du auch rechnen und selbst denken kannst, an Dir Cora die liebenswürdige Art, wie Dein Name schon anzeigt, das Herz am rechten Fleck und immer ausgleichend und alles im Blick, das ist es, was ich noch lernen muß. Ich bleibe dran, freue mich auf Weiteres hier, vielleicht fällt mir noch ein Beitrag ein, woran wir uns ergötzen können.

    Für jetzt genug, ich muß mich bewegen, damit ich fit bleibe. Bauchmuskeltraining zur Stärkung des Rückgrats! Bis bald, Ihr Lieben, Eure Gigi 🙂 🙂 😉

    1. @ Gigi

      Ich sage nun lieber nicht viel Konkretes zu Deinen letzten zwei Kommentaren und natürlich erst recht nicht zu dem dritten, den ich wie gewünscht nicht freigeschaltet habe. Letzterer, so viel nach Kryptistan, war allerdings nicht nur umfässlicher und ausladender – oder einladender – als die beiden sichtbaren zusammen. Für alle Dreie mein Dank und meine Anerkennung für Deine Unmittelbarkeit und Deinen Schreibstil. Von der Güte – es möge sich mal nicht so sehr um mich drehen – begrüßte ich jederzeit einen weiteren Gastbeitrag aus Deiner Feder.

  15. Magnus

    Na jutt, ich erleuchte dich 🙂

    Eine meiner brotlosen Spielereien sind natürliche Regulierungsmechanismen, wann setzen sie ein, wie gehts dann weiter, was passiert, wenn der Ameisenhaufen überhitzt, sowas halt. Sind solche Mechanismen auch bei uns wirksam, wenn z.B. Firmen Filialen bilden, usw.
    Bei Foren, besonders Fachforen, geht es fast überall nach demselben Muster: zuerst sind alle Feuer und Flamme, nach soundso vielen Jahren haben die Beteiligten ihr Fachwissen erarbeitet, die Bude inzwischen rappelvoll, nun werden neue user freundlich auf die Suchfunktion verwiesen, weil eigentlich eh alles schon mal besprochen wurde.
    Ab da gehen dann die Streitereien los, die einen fühlen sich schlecht behandelt, Betreiber wird unrund und sperrt Aufmüpfige, und plötzlich machts keinem mehr Spaß. Die Leute hauen ab und gründen eigene Foren. Dort fängt dann das Spiel von vorne wieder an.
    Diesen Ablauf habe ich mittlerweile so oder so ähnlich mehrfach beobachten können, für vieles andere, das man auf den ersten Blick als halt Zeitgeist einschätzen würde, findet man analoges in der Natur.

    Und ja stimmt, ich bin Ösiländerin.

    1. @ Besucherin

      Mag ja alles meist angehen, wie Du es beschreibst.
      Ich habe es zwar nicht so gerne mit dem Anpsychlatein, hier aber muss ich Dir der Sache halber eine gewisse Frustration unterstellen, die Deinen Blick im Sinne der Verhältnismäßigkeit trübt.
      Konfuzius, Cervantes, Bach, Nietzsche: Ließen die je nach?
      Ich vergammle auch immer wieder bis zu meinem eigenen argen Entsetzen, raffe mich aber, wenigstens aus meiner Sicht, doch immer wieder auf, und das will ich bis zum Letzten so halten.
      Indes, ich meine Dein etwas spöttisch-distanziertes Auftreten jetzt etwas besser zu verstehen. Mir sagte eine kregle schöne Sächsin an der Ostsee vor einigen Jahren, sich selber als Alphatier bezeichnend, ich war so selten schwabsblöde, ihr noch ein paar Mischgetränke zu spendieren, indem sie mich, der frühe Tod meiner Frau erst drei Jahre oder so her, eine echte Spaßbremse hieß und mir vorhielt, ich sei bis zum Abwinken zynisch, wo ich es doch schon geschafft hätte, weiterhin als Privatlehrer selbständig, nur dass ich das selber nicht sähe.
      Ich wünschte der im nachhinein alles Gute, denn sie war witzig, keineswegs dumm, ihre gefühlte Bosheit und Kurzsichtigkeit kam völlig selbstverständlich an mich, doch dachte ich mir schon, als ich mich gegen Viere aus dem Diskokeller des Neptuns (Großhotel in Warnemünde) gen meinem herrlich einsamen Strandbiwak verzog, dass die schon noch etwas zu lernen habe, womöglich nicht über lange dem schlimmsten Blender aufsitzen werde, so unbedacht hart und von sich selbst eingenommen.
      Das, ich bitte Dich, es so aufzunehmen, bezieht sich nicht vorsätzlich anspielend auf Dich, kam mir eben jedoch einfach so in den Sinn; ich will jetzt nicht einmal darüber nachdenken, weshalb.
      Ach, was schwatze und schwindele ich hier raus. Du bist um Äonen weiter als diese Selbstverliebte, und doch kam mir diese Begebenheit eben ins Denkgebälk. Jetzt, darüber noch einmal nachdenkend, hielt die wohl alle Männer für Idioten, die sie beliebig um die Finger wickeln könne. Damit so einen verstaubten Frusti mich erst recht. Sie lag ja auch keineswegs in allem falsch, was sie mir vorhielt. Blitzgescheit und schlagfertig die Schöne, aber recht eigentlich doch noch ziemlich dumm.
      Warum bringe ich so eine, wenn auch nur indirekt, mit Dir in Vergleich? – Es kann nur eine gewisse Verhärtung sein, die ich bei Dir vermute beziehungsweise spüre oder mir einbilde.
      Nochmal: Menschen sind nicht Bienen. Ich bin nichtmal eine Drohne. Da wäre es schon lange vorbei. Auch keine Königin, die immer nur Eier legt, sonst nichts kann, sich von gleichförmigen Arbeiterinnen behüten lassen muss.
      Ich meine und sage das lieb und gut.

  16. Lieber Magnus,

    ich musste dich leider ent-täuschen
    denn
    „..da Du mir bislang vermutlich nur zum Spiele ein paar Brocken hinwarfst. Allerdings: Indem ich Dein Können erkannt, freute ich mich schon darüber hinaus, gäbest Du hier also wirklich wie ehrlich dazu, wes Du tatsächlich.“

    da hast du was hineingeheimnisst, was wir doch besser gleich wieder verräumen.
    Weder bin ich eine Erleuchtete, verfolge keine Karriere in die höhere Dimension, und freue mich, wieder am Boden gelandet zu sein.
    Liebe Grüße!

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